Kommentare deaktiviert5. Oktober 2013 | 20 Fakten über mich

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Ich mach das jetzt auch mal, sieht bei den anderen so schön aus.

  1. Ich komme aus Warnemünde & wenn ich Rentner bin, möchte ich auch wieder dahin zurück ziehen. So lange finde ich Friedrichshain aber den besseren Ort zum Leben.
  2. Ich fühle mich nicht ostdeutsch, sondern schon immer norddeutsch.
  3. Das mit dem Studieren hat bei mir nicht so geklappt, wie ich das gerne gehabt hätte & ich würde es gerne nochmal „richtig“ angehen.
  4. Familiär bedingt denke ich bei Dr. nicht an Mediziner, sondern an Mathe-/Informatiker.
  5. Ich habe im Studium hinter verschiedenen Bars gearbeitet & fand das toll.
  6. Ich habe in der Ausbildung außerdem als Piercerin gearbeitet & das ist weniger interessant, als viele denken. Vor allem ist es sehr viel psychologisches & iuristisches sich ständig wiederholendes Gerede.
  7. Ich habe an Fußball ein gewisses (Rand-)Interesse & etwas, was man als gefährliches Halbwissen bezeichnen könnte.
  8. Ich habe mein Auto gegen die Monatskarte getauscht & bin glücklich damit. Ich fahre seit dem viel lieber & bewußter Auto.
  9. Ich bestelle fast nie von der Karte, sondern frage nach bestimmten Sachen oder lasse Komponenten ändern. Vor allem bei Getränken.
  10. Ich finde Kakao auf Milchschaum schrecklich & lasse den Kaffee dann zurückgehen.
  11. Ich hatte ein Jahr Gitarrenunterricht, der im Nichts verpufft ist, ich kann GAR NiCHTS mehr davon.
  12. Ich gucke Filme, weil sie schön aussehen & kann dann auch gut über inhaltliche Schwächen hinwegsehen.
  13. Ich bin äußerst pedantisch, wenn es um’s layouten geht. Eckpunkte müssen auf ganzen mm oder px liegen, ich hasse dieses freihand Rumgeschiebe, wo dann Objekte auf n,nnnn liegen.
  14. Ich gucke mir gerne Schriften an & bewundere ihre Besonderheiten.
  15. Ich habe mir frühe mehr Gedanken darüber gemacht, was andere von mir denken & habe auch viel mehr geurteilt. Heute nehme ich viele Dinge, die mir begegnen nur noch interessiert war & beurteile nicht.
  16. Ich höre sehr selten Musik. Wenn ich etwas höre, ist es eher wortbasiert. Oft habe ich zu Hause aber alles aus & kann es auch nicht haben, Musik oä. von den Nachbarn zu hören. Die Stadt draußen ist geräuschvoll genug.
  17. Ich gucke zwar noch TV, aber nur noch inaktiv. Dh. jemand anderes sucht aus, was läuft & es läuft an mir vorbei. TV ist Second Screen geworden. Nur wenn ich Serie oder Film ausgesucht habe lege ich Phone & MBA weg um in Ruhe zu gucken. Deshalb gehe ich auch gerne ins Kino.
  18. Ich diskutiere gerne. Aber nicht um zu überzeugen, sondern oft nur um zu erfahren, was andere von einem Thema halten & warum.
  19. Ich finde es gut, einen Nachnamen zu haben, der das deutsche Pendant zu Anonymus ist.
  20. Ich konnte addieren & subtrahieren („rechnen“) aber kein bißchen „lesen“ bevor ich in die Schule kam. Mathe war am Ende mein schlechtestes Fach in der Schule, Deutsch mein liebstes.

1 Kommentar22. September 2013 | Deutschland, deine Demokratie

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Scheiße! Alles Scheiße. Wie konnte das nur SO Scheiße werden?

Ich habe mich dagegen entschieden LOL, ROFL oä. Protest zu wählen, sondern habe ganz erwachsen eine vernünftige Wahl getroffen. Das zeigt mir auch das vorläufige amtliche Endergebnis für Berlin. Meine Nachbarn & ich sind uns im Großen & Ganzen einig. Herr Ströbele ist wieder als Direktkandidat im Bundestag, Frau Halina Wawzyniak & Cansel Kiziltepe sind über die Liste dabei.

Aber Gesamtdeutschland: Was ist bei dir schief gelaufen? Die CDU in den Hochrechnungen mit so einer Mehrheit? Die AfD nur ganz eng an der 5% Hürde vorbei? Wie konnte das passieren? Protestwähler, die nicht wußten, was sie tun? Die NSA-Affaire scheint Deutschland gar nicht zu tangieren. Genauso wie die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften, Atomausstieg, KiTa-Ausbau usw.

Na klar, das ist Demokratie, nicht jeder ist meiner Meinung. Aber:

Kommentare deaktiviert10. September 2013 | Wie Vattenfall versucht, mich zu betrügen

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So: Scheiß Vattenfall ist Scheiße!
(Nur, damit du dich schon mal auf den kommenden Beitrag einstimmen kannst.)

Ich bin umgezogen. Das finde ich nervig & bin froh, nach einem Monat alles erledigt zu haben, was da so dranhängt: Das Amt kennt meine neue Adresse, die Leute, von denen ich regelmäßig Geld bekomme & die, die regelmäßig Geld von mir haben wollen & die meisten Shops & Dienste die ich benutze auch.
Unter anderem habe ich auch meinem Stromanbieter gesagt, er darf mich gerne auch in meiner neuen Wohnung mit Strom versorgen, er verspricht mir ja immerhin, daß sein Strom komplett aus regenerativen Quellen stammt.
Ein bißchen anders sieht das aber wohl Vattenfall, denn die haben mir zwei Rechnungen über Stromlieferungen in den letzten 1,5 Jahren geschickt. Über ca. 1800 €, zahlbar innerhalb der nächsten Woche.

SAMMA GEHT’S NOCH??
In meiner ersten Aufregung rufe ich also die angegebene „Service“-Nummer an & erkläre, daß ihnen – warum auch immer – ein Fehler unterlaufen ist, weil sie mich ja gar nicht mit Strom beliefert haben, das haben ja die Kollegen vom anderen Stromanbieter getan. & wie sie überhaupt dazu kommen, mir ’ne Rechnung zu stellen, wo ich doch niemals zu irgend einem Zeitpunkt einen Vertrag mit ihnen geschlossen habe.
Der Telephonist meint, nein, die Rechnung wird schon seine Richtigkeit haben, ich wäre wohl nicht korrekt angemeldet gewesen & da sie der Grundversorger sind, beliefern sie eben alle, die sich nicht selbst & aktiv für einen Anbieter entscheiden.
Meine Erklärung, daß ich beim anderen Anbieter ja einen Vertrag habe & auch regelmäßig einen Abschlag überweise fand er nicht so interessant. Das solle ich ihm doch erstmal beweisen. Am besten ’ne Rechnung als Beweis schicken.

Ja nee, is klar. Warum zur Hölle bin iCH da in der Beweispflicht??

Als nächstes rufe ich meinen richtigen Versorger an & frage, wie das sein kann. Bin ich bei ihm richtig angemeldet? Ja, bin ich, bestätigt mir die Telephonistin & bezahlt ist auch alles. Das steht auch so in „den Listen“ des Verteilungsnetzbetreibers Stromnetz Berlin GmbH (der by the way auch Vattenfall ist). & dann bekomme ich noch dessen Nummer, sollen die das untereinander klären, sagt mein Anbieter.

Also rufe ich den Netzbetreiber an, wie gesagt auch Vattenfall, nur nicht der B2C-Service, deshalb hab ich hier auch keinen Hotline-Telephonisten am Telephon, sondern einen normalen Mitarbeiter. Der guckt kurz in „die Listen“, ja, ich bin angemeldet, kriege meinen Strom vom richtigen Anbieter, ist auch richtig, daß ich da bezahle; das übermitteln sie auch regelmäßig so, alles ist gut. Ich soll mich nicht über’s Ohr hauen lassen sagt er noch, & daß Vattenfall einfach mal bei ihm anrufen soll, dann bestätigt er ihnen, daß es keinen Grund gibt, mir eine Rechnung zu stellen.

Alles klar, so einfach kann das sein.
Denke ich.

Also wieder bei B2C-Servicehotline Vattenfall angerufen & der älteren Telephonistin, die ich diesmal dran hab nochmal ALLES erklärt. Ist egal sagt sie, ich muß beweisen, daß ich woanders Kunde bin, Strom bezogen & auch schon bezahlt habe.
AHHHRGG!!
Männo, wie scheiße sind die denn, daß sie nicht mal eben beim Kollegen vom B2B durchrufen wollen können & die unrechtmäßige Rechnung mit ’ner Entschuldigung an mich zurücknehmen‽ Nee, da muß ich jetzt losrennen, die Papierrechnung vom richtigen Anbieter einscannen & an Vattenfall mailen  (oder FAXen sagt sie *hahahah).

Das mit der Gesprächsführung wird den Vattenfall-Telephonisten auch nicht so richtig beigebracht. Ich merke immer wieder, daß ich in angespannten Gesprächen die Führung übernehme. Das ist doch eigentlich deren Job, die müssen doch was anbieten oder abschmettern, sonst kommt das Gespräch doch nie zum Ende. Kann doch nicht sein, daß die Direktive ist, den Anrufer solange maulen zu lassen, bis er müde wird, der?
Das hat aber nichts mit dem Fall hier speziell zu tun, das ist mir auch schon bei anderen Hotlines aufgefallen. Kommunikation, ehh! Schult eure Mitarbeiter.

Also sage ich der Telephonistin, daß ich weiß, daß sie persönlich nichts dafür kann, ich es trotzdem doof finde & beuge mich.
Vattenfall bekommt eine Mail, in der ich ihnen die Unrechtmäßigkeit ihrer Rechnung beweise & sie auch gleich mal darauf hinweise, daß ich die ganze Sache als Betrug (bzw. Betrugsversuch, ich bin ja nicht so doof, daß ich da irgendwas bezahlen würde) gem. § 263 StGB werte & mir vorbehalte sie deswegen auch anzuzeigen.

Seit dem ist nichts passiert. Ich bin gespannt UND ANGEPiẞT!!

Kommentare deaktiviert27. August 2013 | Vegane (und damit auch vegetarische) Weine bei BioCompany

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Aus aktuellem Anlass habe ich noch mal die Liste mit veganen Weinen bei BioCompany ausgegraben und möchte sie euch nicht vorenthalten. Vielleicht seid ihr Veganer oder Vegetarier und trinkt gerne Wein, oder habt Freunde/Bekannte, die Veganer oder Vegetarier sind, und denen ihr auf eurer Feier o. ä. auch Wein zu trinken anbieten möchtet. BioCompany ist in Berlin an vielen Ecken zu finden, andere Städte haben sicher auch vergleichbare Bio-Läden mit ähnlichem Sortiment.

Vegane Weine produzieren laut PA von BioCompany:
Stand: Januar 2012

Frankreich
Château de Brau, Cabardes / Château Couronneau, Bordeaux / Dom. Pierre André, Château Neuf du Pape / Dauny, Sancerre / Andrè Stenz, Alsace

Italien
Azienda Giol, Veneto/ Nuova Cappelletta, Piemont / Podere Canneta, San Gimignano / Casavecchia, Toscana / Roberto di Filippo, Umbrien/ Pievalta, Marken

Spanien
Albet i Noya, Penedés/ Mas Igneus, Priorato/ Bodegas Azul y Garanza, Navarra /
Bodegas Proexa, Utiel Requena

Deutschland
Weingut Knobloch, Rheinhessen
Weingut Pflüger, Pfalz
Weingut Janson Bernhard
Zellertaler Keller/ Villa Golsen

2 Kommentare26. August 2013 | Wie man sich Mitstreiter vergrault

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Gestern kam ich endlich dazu den letzten provegan-Newsletter zu lesen. Ja, ich lese tatsächlich noch ab und an Newsletter. Und da ich mich momentan mehr über Tier- und Kinderernährung informieren möchte, kommt der Newsletter mit den Themen grade recht =)
In besagter Ausgabe des Mailings wurde auf einen Artikel auf provegan verlinkt, in dem beschrieben wird, wie 3 Menschen auf brutale Art und Weise einen Hund ermorden. Das ganze wird sehr grausam dargestellt und referenziert auf einen Bild-Artikel. Unter dem Artikel werden die, im Originalartikel übrigens anonymisierten, Vor- und Nachnamen der Täter angezeigt.
Nach so vielen Jahren bildblog wurde ich sofort hellhörig und überlegte, ob das mit dem Pressekodex vereinbar sei. Gleichzeitig dachte ich auch an die Geschichte von dem Jungen, der wegen schlampiger Recherche zum Vergewaltigungstäter gemacht und auf den dadurch ein Lynchmob gehetzt wurde. Weil ich die Gesetzeslage nicht genau kenne, mit mein moralisches Empfinden aber sagt, dass jeder, egal was das Verbrechen war, (mindestens) bis zu seiner Verurteilung ein Recht auf Anonymität hat. Also habe ich mich mit dem Autoren in Verbindung gesetzt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

So sehr ich verstehen kann, dass Sie die Namen der Hundemörder veröffentlichen (LINK ZUM ARTIKEL), bin ich der Meinung, dass das eindeutig gegen den Pressekodex verstößt. Nur, weil die gegen das (nicht nur moralische) Gesetz verstoßen, heißt das nicht, dass Sie es auch tun dürfen!

Mit freundlichen Grüßen

Die Antwort lies nicht lange auf sich warten.

Ich werde Ihnen keinen Newsletter mehr zusenden. Dann brauchen Sie sich nicht mehr um die Hundemörder zu sorgen. Hier in der Schweiz gelten übrigens andere Gesetze.

Mit den besten Grüssen

Ich frage mich, was in der Kommunikation schief gelaufen ist. Im Endeffekt will er mir jetzt Informationen vorenthalten, die er eigentlich in der Welt verbreitet sehen möchte, weil ich eine andere Moralvorstellung als er habe und denke, dass Selbstjustiz keine Lösung ist. So kann man sich seine Mitstreiter auch vom Hals halten …

Kommentare deaktiviert23. August 2013 | Konzerte sind doch großartig

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Am Dienstag waren Timmi und ich beim System of a Down-Konzert und dabei habe ich endlich wieder festgestellt, dass Konzerte großartig sind! Die Menschen um mich rum fingen ab der ersten Liedzeile an mitzugröhlen, sodass ich mir unglaublich textunsicher vorkam, was sonst gar nicht meine Art ist. Aber das war nicht weiter schlimm, da ich mich viel mehr darauf konzentrieren musste, Timi nicht zu verlieren, weil sich der gesamte Innenraum der Wuhlheide in ein gigantisches Moshpit verwandelte. GROẞARTIG war das =)
Da ich direkt von der Arbeit zum Konzert ging, hatte ich meine Tasche dabei – sonst wären wir auf jeden Fall am Ende im Circlepit vor der Bühne gelandet. So blieben wir aber relativ weit hinten, dennoch durch die ständige Bewegung der Masse ziemlich weit von unserem Ursprungsplatz entfernt, nach 1½ Stunden Konzert plattgewalzt und glücklich zurück.
Vielleicht lag es am Veranstaltungsort, vielleicht am Publikum, vielleicht war es auch nur die Ausnahme der Regel, aber was auch immer es war – es war toll und sollte viel öfter so sein =)

1 Kommentar15. August 2013 | 100 Dinge, wie man seinen Wahlzettel ungültig machenkann

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Die Bundestagswahl 2013 steht an & die großen
Parteien lügen versprechen zwar das Blaue vom
Himmel runter, aber was man in letzter Zeit so sieht, machen sich
die Politiker von Tag zu Tag unwählbarer. Natürlich gehen wir
trotzdem wählen, denn wer nicht dabei war, darf hinterher nicht
mitmaulen! Aber wenn du dir tatsächlich gar nicht vorstellen
kannst, wen du wählen sollst & auch keine Proteststimme
abgeben möchtest, ungültige Stimmen zählen nicht als Nichtwähler,
sondern werden explizit als ungültig gewertet. Hier ein paar
lustige Dinge, die deinen Stimmzettel ungültig machen:

  • Immer gerne gesehen: Schreib deinen Namen drauf, damit die die Wahl nicht mehr geheim
  • Schreib deine Telephonnummer drauf, am besten mit Liebesgrüßen an den Wahlhelfer
  • Mal was schönes drauf
  • Streich was durch
  • Schreib ein Gedicht drauf
  • Stempel es mit dem Datumseingangsstempel
  • Wickel den Stimmzettel in eine Scheibe Schinken ein
  • Überbacke den Stimmzettel mit Käse (das geht bei der Größe auch mit einem Feuerzeug)
  • Stempel den Stimmzettel mit einem Like
  • Mal Herzchen an einen Kandidaten einer der unteren Listenplätze (nicht an einen der Nazis)
  • Schreib einen Kandidaten dazu
  • Kreuz mehrere an
  • Begründe ausführlich schriftlich auf dem Wahlzettel, warum du diese Wahl getroffen hast
  • Pöbel schriftlich rum, wieso & warum du die Wahl scheiße findest
  • Reiß den Wahlzettel durch
  • Schreib WTF, ROFL, OMG oder sonstige Akronyme als neue Parteien dazu
  • Tu Dr. Waumiau einen Gefallen, der freut sich bestimmt, wenn du ihm ein Photo davon twitterst

Okeh, du weißt was ich meine; alles, was du mit dem Stimmzettel machst, was sich nicht auf’s Ankreuzen beschränkt macht deine Wahl ungültig.
Solange ließ doch, was es mit den aktuellen Wahlplakaten auf sich hat. Viel Spaß!

Kommentare deaktiviert11. August 2013 | Konzerte sind doch zum Kotzen

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Gestern war ich auf dem Ärztekonzert in Tempelhof. 40.000 Menschen. Alle davon haben 45€ bezahlt, um die Band zu sehen. (Dabei blende ich natürlich die Gästelistenplätze & so aus.)
Dass das Publikum es in den 2,5 Stunden jedoch nicht schafft, sich vernünftig zu bewegen, geschweige denn ein mindestmaß an Textsicherheit an den Tag zu legen, kann ich nicht begreifen. Wozu sind die Leute überhaupt da? Um die ganze Zeit zu filmen und qualitativ unterdurchschnittliche Fotos zu machen? Der Eindruck kommt mir zumindest, wenn sich die Nebenstehenden über tanzende Personen beschweren, weil die Kameraaufnahmen verwackeln und böse auf Mitsingende blicken, weil die Audiospur plötzlich einen Sänger mehr beinhaltet.
45€. Zum Stehen und stumm sein. Wobei manche nicht stumm bleiben – sie brüllen Tänzer im Moshpit an, was für eine Frechheit es wäre, dass sie da so wild tanzten oder gehen wild auf die pogende Menge los, um sie zum Stillstand zu bewege, damit „endlich mal mit der Drängelei aufgehehört wird“ … Wer ein mal auf einem Stehkonzert war, weiß, dass auf Konzerten getanzt und gesungen wird.
Was ist das nur für eine ätzende, neue Konzertgeneration, die, statt hinten, bei den ruhigen und entspannten Konzertbesuchern zu stehen, plötzlich mittendrin sein möchte, mit die Konsequenzen jedoch nicht leben will?
Bezeichnend war außerdem, als die Band das Publikum dazu aufforderte sich hinzuhocken, um beim Refrain von „Unrockbar“ aufzuspringen und die umstehenden Menschen erst überzeugt werden mussten, dass auch wirklich zu tun. Freiwillig lief da nix.
Anfang des Jahres war ich auf dem Jennifer Rostock-Konzert in der Columbiahalle. Damals bin ich nach 45 Minuten wieder gegangen, weil mir das Publikum jeglichen Spaß genommen hat. Ich schob es auf die Halle. Gestern war es wieder so und leider musste ich bis zum Schluss bleiben. Die Ärzte & Jennifer Rostock gehören übrigens zu meinen 3 Lieblingsbands. Die neue Publikumsgeneration kotzt mich so dermaßen an, dass mir die Lust auf Konzerte von Mal zu Mal abhanden kommt.
Farin fragte zum Ende des gestrigen Konzertes, wer heute wieder dabei sei. Ein Glück meldeten sich nur wenige. Velleicht habe ich mit dem heutigen Publikum mehr Glück …

Kommentare deaktiviert5. August 2013 | So bitter sie auch ist, diese Pille muss ich schlucken

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Vor knapp einer Woche habe ich mir endlich mal Zeit genommen, meinen Arzneimittelschrank auszuräumen. Was gibt es schließlich schöneres an einem Samstagabend, als abgelaufene Medikamente und vorsintflutliche unvegane Medikamente aus Vegetarierzeiten aus dem Sortiment zu entfernen? Eben! Dass sich das allerdings schon wieder zu so einer Odyssee entwickelt, hätte ich zu dem Zeitpunkt nicht gedacht.

Mit 14 Jahren wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert, dazu kommt erblich bedingter Bluthochdruck. Seitdem nehme ich täglich zwei Medikamente: Enalapril und L-Thyroxin. Enalapril ist ein ACE-Hemmer zur Regulierung des Blutdrucks, L-Thyroxin ein synthetisch hergestelltes Schilddrüsenhormon. Dass es synthetisch ist, ist schon mal ein großes Glück. Wenn ich da an Östrogene in der schwangerschaftsverhütenden Pille denke, die aus dem Urin von Pferden gewonnen werden (übrigens: wenn ich mich richtig erinnere, gibt es nur 2 vegane Verhütungsmethoden. Und dazu zählt auch nur eine einzige Kondommarke!), wird mir schlecht. (Die Diskussion, ob ein unveganes Kondom zum Schutz vor STI ethisch vertretbar ist, möchte ich an dieser Stelle übrigens nicht führen, vielleicht machen wir das später noch mal ;) )
Beim Ausmisten der Medikamente ist mir aufgefallen, dass im Enalapril als Nebenstoff Laktose enthalten ist. Warum weiß ich nicht, Chemie habe ich nach der 10., Biologie nach der 11. Klasse jeweils mit einer 5 abgewählt. Dennoch erscheint mir die in der Pille grundsätzlich erst mal sinnlos. Vielleicht dient es ja der besseren Aufnahme des Stoffes, wer weiß. Somit ist jedoch die Einnahme des Medikaments für mich nicht mehr vertretbar. Gewissenskonflikt Nummer 1.
Als nächstes schaute ich auf die Inhaltsstoffe der L-Thyroxin-Tabletten dran: Sie enthalten Magnesiumdistearat. Eine kurze Recherche zeigt mir, dass Magnesiumdistearat aus pflanzlichen und tierischen Fetten gewonnen wird. Auch die L-Thyroxin-Einnahme kann ich nun nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren. Gewissenskonflikt Nummer 2.

Als erste Konsequenz habe ich die Pillen sofort abgesetzt und beschlossen, zeitnah meine Hausärztin aufzusuchen. Denn bei solch einer Krankheit die Pillen einfach so und ohne ärztliche Rücksprache abzusetzen, ist nicht nur dumm, sondern auch riskant.
Nachdem ich ihr mein Problem geschildert habe, hat sie mich erneut untersucht. Daraufhin entschied sie sich, dass ich das blutdrucksenkende Medikament Enalapril nicht mehr zu nehmen brauche. Gewissenskonflikt Nummer 1 war also gelöst. Sehr gut.
Den zweiten Gewissenskonflikt konnten wir leider nicht so schnell zu lösen, denn da die Dosis der L-Thyroxin bei mir sehr hoch ist, besteht auf medizinischer Sicht die Notwendigkeit, dass ich den Wirkstoff weiter zu mir nehme. Die Ärztin schrieb mir jedoch ein vegan hergestelltes Präparat in Tropfenform auf, welches kein Magnesiumdistearat enthält – leider werden die Tropfen von Sanofi-Aventis hergestellt.

Sanofi Aventis ist kein Generikahersteller, sondern ein Pharmakonzern, der Tierversuche durchführt. Der Gewissenskonflikt Nummer 2 bleibt also weiter bestehen und wird zu einem größeren, als ich bisher dachte;
Entweder nehme ich Tabletten, die ein aus tierischen Fetten hergestellten Hilfsstoff beinhalten, aber von einem Generikahersteller sind, oder ich nehme ein von der Zusammensetzung veganes Präparat, das von einem Hersteller kommt, der Tierversuche durchführt. Die Alternative, auf die Medikamente zu verzichten, mir einen Kropf wachsen und die Schilddrüse entfernen zu lassen und danach neue Medikamente zu nehmen, erschien mir auch aus tierrechtlerischer Sicht als weniger sinnvoll; Wer weiß, welche Tupfer die während der OP verwenden, woraus das Anästhetikum besteht und überhaupt.
(Kurzer Exkurs: Generikahersteller stellen Präparate her, bei denen die Patentlaufzeit von 15 Jahren abgelaufen ist. Durch das bloße Konzentrieren auf die Produktion der Medikamente, verkaufen Generikaunternehmen die Präparate günstiger und entlasten damit auch noch die Krankenkassen. Natürlich handelt es sich dabei um Medikamente, die schon zugelassen wurden; Generikahrsteller betreiben in der Regel keine Forschung und führen deshalb auch keine Tierversuche durch.)

Die Frage konnte und wollte ich nicht alleine beantworten, also habe ich mir Hilfe bei app.net gesucht.

@musslautsein
musslautsein Ist hier ein Pharmazeut und oder Philosoph anwesend? Stecke in einer Zwickmühle: Generika-Preparat mit aus Tierprodukt gewonnenem Nebenstoff, oder Präparat von Pharmaunternehmen (mit Tierversuchen), aber ohne tierische Nebenstoffe? Bitte reposten!

Die Diskussion gewann wie gewohnt schnell an Fahrt und wie es im Leben nun mal so ist, waren die Meinungen dazu am Ende natürlich unterschiedlich.

@musslautsein
musslautsein Wenn ich euch richtig verstanden habe, würde @lukasepple das TV-Präparat nehmen, @piratenpanda das TV-freie. @dasdom TV, @kultprok eher TV, @kroegodil TV-frei. Ich danke euch für eure Denkanstöße und werde euch an meiner Entscheidung teilhaben lassen!

Um eine Entscheidung treffen zu können, wollte ich, so hart es klingt, die jeweiligen Opfer gegeneinander aufrechnen: durchgeführte Tierversuche pro Jahr mal meine weitere Lebenserwartung in Jahren gegen die Anzahl der ermordeten Tiere, die für die Herstellung der Pillen ausgebeutet werden, die ich mein weiteres Leben nehmen muss.
Da war schnell klar; hier komme ich nicht weiter. Jedes dieser Opfer ist ein Opfer zu viel und so oder so kann und darf ich keine Toten gegeneinander aufrechnen, denn jedes Lebewesen hat eine Existenzberichtigung und sollte nicht von einem anderen Lebewesen zu einem frühzeitigen Tod verurteilt werden. Auf der Grundlage kann ich keine Entscheidung treffen. Also müssen andere Faktoren her.
Wie sieht’s denn zum Beispiel mit der sozialen Verantwortung aus? Ein heutiger Teil des Pharmaunternehmens mit den Tierversuchen hat vor der Fusion mit Sanofi Aventis mit einigen anderen Pharmakonzernen Südafrika mehrere Jahre aus Patentgründen davon abgehalten, AIDS-Kranke mit günstigen Generika-Medikamenten zu versorgen. Unsozialer geht’s eigentlich gar nicht. Profitgierig auf Kosten von Kranken. Klar, da steht jahrzehntelange Tierversuchs-Forschung hinter, die sich finanziell „auszahlen“ muss, bei tödlichen Krankheiten auf Patente zu beharren empfinde ich das dennoch als eine absolute Frechheit und boykottierungswürdig. Das fanden zum Glück auch andere, weshalb die Klage wieder zurückgenommen wurde. Doch das Image bleibt beschädigt. Also wieder eine Sackgasse.

Nachdem mir klar wurde, dass ich mich einfach nicht richtig entscheiden kann, wenn ich mich für meine Gesundheit entscheide, habe ich beschlossen, einfach noch ein oder zwei Nächste drüber zu schlafen und meinen Bauch entscheiden zu lassen. Aus den zwei Nächten wurden letztlich drei, aber ich bin zu einem Schluss gekommen:

So schlimm ich beide Möglichkeiten finde, habe ich mich für die laut Inhaltsstoff vegane Variante vom Pharmakonzern entschieden. Der Grund ist ganz einfach: Ich möchte keine Leichen auf dem Gewissen und in meinem Magen haben. Und mit der Entscheidung habe ich sie „nur“ auf dem Gewissen.

Eine gute Idee zum Handeln und nicht nur zum Denken kam in der Diskussion dann auch noch auf:

Ich werde gleich mal eine Email an diverse Generika-Hersteller aufsetzen. Ganz naiv gedacht, kann ich ja vielleicht wirklich was bewirken.

Vielen Dank an alle, die mir bei der Entscheidungsfindung direkt oder indirekt geholfen haben!

2 Kommentare31. Juli 2013 | Und dabei wollte ich nur ein neues Deo kaufen …

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Vor ein paar Wochen kam mir die fixe Idee, mein Antitranspirant gegen ein Deo ohne Aluminium zu tauschen. Gesagt, getan, kurz auf die dm-Seite, nach einem aluminiumfreien, geruchsneutralen, veganen Deo geschaut, eins von balea gefunden, gekauft, glücklich geworden.

So einfach hätte es sein können.

Einige Tage später ging es aufgrund von Medienberichten über Nerzöl in Kosmetik im XL-Chat um tierversuchsfreie Produkte. Freudig habe ich von meiner neuesten Errungenschaft erzählt, bis meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin feststellte, dass das Zeug eigentlich nur aus Alkohol und Wasser besteht – Vodka hätte den gleichen Effekt. Da war ich erst einmal baff.
Da sie für eine Naturkosmetikfirma arbeitet, hat sie mir als Alternative natürlich gleich ein Deo von ihrem Arbeitgeber empfohlen, was ich mir vielleicht leisten konnte, aber nicht wollte. Bisher gab’s bei mir halt immer nur die günstigen Drogerieartikel, weshalb eine 600%ige Steigerung meiner Drogerieausgaben erst einmal nicht in Frage kam. Also empfahl sie mir dann den Deo-Zerstäuber Limette Salbei von der dm-Eigenmarke alverde. Dennoch riet sie mir zu teuererer Naturkosmetik. Also ab zu dm, einige wenige Euro investiert und ab in die glückliche Zukunft – dachte ich. Im Nachhinein ärgere ich mich über meine Entscheidung und verstehe, warum sie für teurere Naturkosmetik plädiert; dazu aber später mehr.

Glücklich über meinen Kauf entdeckte ich in dem Podcatcher meiner Wahl einige Tage später die Folge „Hautsache Natur“ der dradio Redaktionskonferenz. Spannend, dachte ich, und hab gleich reingehört.

Nach der Sendung war mir klar: Naturkosmetik ist also wirklich was feines. Ich muss mir nur merken, statt nur noch auf die Vegan-Blume oder die Herstellerseiten zu schauen*, auch nach den drei Naturkosmetik-Siegeln Natrue, BDIH und Ecocert zu suchen und schwupps kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen.

Daraufhin habe ich wieder meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin angesprochen und sie bestätigte mir, dass die 3 im Podcast erwähnten Siegel wirklich gut und relevant sind, sie aber ICEA noch dazu zählen würde.

naturkosmetik_siegel_01naturkosmetik_siegel_02naturkosmetik_siegel_03naturkosmetik_siegel_04

Klasse – Deutschlandradio hat mir was beigebracht und meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin durch Wiederholung mein neues Wissen gefestigt. Tolle Symbiose.

Mit dem Wissen im Gepäck konnte ich meine balea-Produkte nicht mehr guten Gewissens nutzen und wollte gänzlich auf Naturkosmetik umsteigen. Natürlich so gut wie möglich und so teuer wie nötig. Auch hier musste meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin wieder für mich herhalten und ihre Erfahrungen mit mir teilen.

Für meine Ansprüche, die der Titel der Eigenmarke eines großen Discounters sein könnten, empfiehlt sie die Marken alverde & alterra, wobei wohl beides aus der gleichen Fabrik kommt, nur eine andere Verpackung und ein andere Siegel trägt, und alviana. Alverde gibt’s im dm, alterra im rossmann. Alviana dafür im Alnatura-Supermarkt.

Falls es doch mal ein bisschen teurer sein darf, empfiehlt sie Santé, Neobio, Logona, Dr.Hauschka, heliotrop und ahava.

Die Wahl auf alverde fiel dann sehr leicht: Natrue-Siegel, Vegan-Siegel, dm direkt neben der Arbeit. Jetzt konnte mein Großeinkauf starten. Damit auch alles vegan ist, musste ich bei den Haarpflegeprodukten jedoch auf Naturkosmetik verzichten – die enthielten entweder Schellack oder Bienenwachs.

Shampoo? Alverde!
Spülung? (Ja, es ist Quatsch, die Haare sind noch keine zwei Jahre alt ;) ) Alverde!
Duschpeeling? Alverde!
Schaumbad? Prinzessin Sternenzauber – das glitzert ♡
Deo? Alverde!
Duschgel saisonal? Alverde!
Duschgel? Alverde!
Sonnencreme? Alverde!
After-sun? Alverde!
Handseife fürs Badezimmer? Alverde!
Handseife für die Küche? Prinzessin Sternenzauber – die glitzert auch ♡
Lippenpflege? alverde!
Handcreme? alverde!
Haarstylingpaste? balea men!
Haarspray? balea!

10% ärmer und 70% glücklicher als vorher ging ich, ohne an die Zahnpasta (? Alverde!) zu denken, nach Hause und verteilte die Produkte auf Küche und Bad. Das sollte vorerst das Ende der Suche sein.

Doch dann kam Dana im XL-Chat mit der Pressemitteilung vom BUND, dass ⅓ der getesteten Körperpflegeprodukte hormonell wirksame Substanzen beinhalten (Studie als pdf). Um das auf einen Blick zu erkennen, haben sie die App ToxFox entwickelt, die anzeigt, ob das Produkt frei von ebendiesen ist, oder nicht.

ToxFox – Der Kosmetik-Check des BUND (AppStore Link) ToxFox – Der Kosmetik-Check des BUND
Hersteller: Bund fuer Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.
Freigabe: 4+
Preis: Gratis

Nach kurzen überfliegen hab ich diese Studie samt App zur Seite gelegt; Naturkosmetik ist per Definition frei von diesen Substanzen. Also aufatmen, keinen Mist gekauft.

Vor dem Schlafengehen durchblätterte ich noch meinen Feedreader nach den Neuigkeiten auf den einschlägigen Apple-Webseiten und stoß auf einen Artikel im iPhone-Ticker, der sich auf die BUND-Studie bezog und zusätzlich zur ToxFox-App auch noch die „Wer macht’s?“-App verlinkte.

Animals' Liberty - Wer macht's (AppStore Link) Animals' Liberty - Wer macht's
Hersteller: Quimron GmbH
Freigabe: 4+
Preis: Gratis

Da mir die erste App nun das zweite mal an dem Tag über den Weg gelaufen ist und ich außerdem allgemein immer wieder gerne mehr über Tierversuche wissen möchte, habe ich halt beide installiert und wollte, obwohl ich es ja schon wusste, dass sie vegan und ohne hormonell wirksame Substanzen sind, meine Produkte testen.

Zuerst habe ich ToxFox ausprobiert. alverde-Deo in die Kamera gehalten – wunderbar; wie zu erwarten, frei von hormonell wirksamen Substanzen. Dann „Wer macht’s?“ aufgemacht, alverde-Deo gescannt … rot. Rot bedeutet Boykott. Noch mal gescannt. Wieder rot. Ich konnte es fast nicht glauben. Ein Tapser auf das Produkt verrät mehr:

Für die Produkte von alverde werden keine Tierversuche durchgeführt. Allerdings werden die alverde-Produkte in den Dalli-Werken hergestellt, die noch Tierversuche durchführen. Zudem stehen sie im Zusammenhang mit der Grünenthal GmbH – einem Pharmazeutik- und Forschungsunternehmen, das für die eigenen Produkte ebenfalls noch Tierversuche durchführt.

Ich war irritiert und wollte das nicht glauben. Warum sollte das Produkt die Vegan-Blume tragen, wenn es in einer Fabrik hergestellt wird, in der Tierversuche durchgeführt werden? Auch, wenn die Tierversuche nichts mit den alverde-Produkten zu tun haben, würden sie offenbar durch den Verkauf der als vegan gekennzeichneten Produkte doch querfinanziert. Da musste ich erst einmal ’ne Nacht drüber schlafen.

Als ich am nächsten Morgen mein Deo benutze, kam das komische Gefühl wieder hoch. Das kann nicht sein, das soll nicht sein und das ist bestimmt nicht so. Verleugnung. Mein Tag würde ganz im Zeichen der Recherche stehen. Irgendwo muss sich doch ein Textfetzen finden, der den vermeintlichen Irrtum klärt.

Ich wurde sehr schnell fündig – anscheinend ist das „Dalli-Problem“ schon länger bekannt:

Fakt ist: Rossmann schließt Tierversuche für seine Eigenmarken (Rival de Loop, Alterra etc.) nicht aus. DM (P2, Balea, Alverde etc.) aber schon. Alterra und Alverde werden für Rossmann und DM beim gleichen Werk (Dalli) unter der CEP hergestellt. Die Dalli-Werke und auch die dazugehörigen Firmen Mäurer & Wirtz sowie Grünenthal sind nicht tierversuchsfrei. Nach Auskünften (und dies zeigen auch die Zertifizierungslabels) werden in den Werken aber keine Tierversuche für Herstellung und Entwicklung der Marken Alterra und Alverde durchgeführt.

(Knapp ein Jahr später gibt es eine neue Stellungnahme, in der Rossmann sehr detailliert auf das Thema Tierversuche eingeht und garantiert, dass für die Kosmetikprodukte keine Tierversuche durchgeführt werden.)

Nachdem der Artikel veröffentlicht wurde und er auf facebook alverde erreicht hat, äußerte sich alverde zu den Problemen.

Auch legt dm-drogerie markt Wert darauf, mit allen Lebewesen respektvoll umzugehen, daher führen wir mit unseren Qualitätsmarken keine Tierversuche durch und geben auch keine Tierversuche in Auftrag. Dazu haben sich auch unsere Lieferanten verpflichtet. (Quelle)

Ich musste also die traurige Wahrheit akzeptieren: Wenn ich alverde-Produkte kaufe, bezahle ich zu einem kleinen Teil passiv Tierversuche mit.
Meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin hatte also recht – Discount-Naturkosmetik hat ihren Preis.

Nun musste ich mich entscheiden, ob ich auf vegane Naturkosmetik setze und dafür die ganzen Vorteile von Naturkosmetik genieße, damit aber eine Produzenten finanziell unterstütze, der für andere Produkte Tierversuche durchführt, oder ob ich auf die konventionellen dm-Produkte wie balea oder rossmann-Eigenmarken umsteige, die auch vegan sind und – vermutlich – nicht in Fabriken, in denen für andere Produkte Tierversuche durchgeführt werden, hergestellt werden, aber dafür viele chemische und zum Teil hormonell wirksame Substanzen beinhalten, die, bevor sie in der EU zugelassen werden, vorher durch Tierversuche getestet werden müssen.

Da der Dalli-Artikel schon etwas älter war, beschloss ich erst einmal, direkt dm anzuschreiben. Nach einem Tag kam die Antwort:

Die Dalli-Werke GmbH&Co.KG und die Grünenthal GmbH sind verschiedene, voneinander unabhängige Unternehmen.

Für die in den Dalli-Werken hergestellten Kosmetikprodukte gelten die gesetzlichen Vorschriften zu Tierversuchen für dieses Geschäftsfeld, die selbstverständlich eingehalten werden.

Dies bedeutet, dass Tierversuche weder selbst durchgeführt noch in Auftrag gegeben werden.

Warum dies auf der Internetseite so angegeben ist, wissen wir leider nicht. Darauf haben wir keinen Einfluss – dies entscheidet der Anbieter selbstständig.

Heißt das, dass in den Werken nur keine Tierversuche für Kosmetik durchgeführt werden? Oder werden dort überhaupt keine Tierversuche durchgeführt?

Moralisch finde ich mich in einer Zwickmühle wieder, die mir sehr deutlich vor Augen führt, wie machtlos man als Verbraucher eigentlich ist, wenn man nicht investigativ recherchiert und oder zusätzlich noch das Geld für gänzlich ethisch vertretbare Produkte aufbringen kann. Wo findet man die eigentlich? Und haben die nicht vielleicht auch Dreck am stecken? Vermutlich ist ja die beste Lösung, den Körper einfach natürlich altern zu lassen und so wenig Kosmetik wie möglich zu benutzen. Deos & Shampoo werden bestimmt überbewertet.

Aber ganz so leicht wollte ich nicht aufgeben. Also habe ich mir den letzten Samstag geblockt und bin für zwei Stunden im dm & im Reformhaus abgetaucht, hab Produktfotos gemacht, Datenblätter abgerufen, Shampoos gescannt, Beratungsgespräche geführt, neue Firmen kennengelernt, bei Preisen geschluckt, unaussprechliche Zutaten gegoogelt und Produktanfragen gestellt.
Für mich und meinen Geldbeutel wird es immer klarer: Es geht nicht 100% ethisch korrekt. Der teurere Lippenpflegestift von Weleda ist sicher in einer moralisch besseren Fabrik hergestellt worden, enthält jedoch Bienenwachs und ist somit nicht vegan. Der Lippenpflegestift von alverde kommt aus den Dalli-Werken, ist dafür aber vegan besiegelt.

Ich denke, ein Großteil meiner Kosmetikprodukte wird weiterhin von alverde kommen, dennoch werde ich mich immer wieder nach Alternativherstellern wie z. B. Dr. Hauschka, Weleda oder i+m umsehen. Um einen Anfang zu machen, sollen mein Shampoo und mein Deo nicht mehr von alverde kommen. Das neues Shampoo wird mit Sicherheit das i+m Shampoo Glanz Zitrone für 9.90€ – es sei denn, Weleda meldet sich noch auf meine Produktanfrage, bevor ich mein altes Shampoo aufgebraucht habe.

Jetzt fehlt mir eigentlich nur noch ein Deo. Vielleicht hat ja meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin einen Tipp für mich …

*dm hat tatsächlich bei so gut wie jedem Eigenmarken-Produkt unter „Produktdetails“ stehen, ob das Produkt vegan ist, oder eben nicht =)

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