2 Kommentare30. Juli 2014 | Diskriminierung in LGBTI-Kreisen …

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Seit neuestem bin ich ja bei Facebook und heiße dort Rüdiger. Ja, fragt nicht, irgendwie kam ich nicht mehr drumrum. Gestern ist dort was spannendes passiert: Eine berliner Dragkünstlerin schrieb einen, meiner Meinung nach, latent rassistischen Kommentar. Da die Benutzer_innenkommentare darunter auch nicht grade von Weltoffenheit und Toleranz glänzten, dachte ich, ist ja social, gebe ich mal meinen Senf dazu und kläre ein bisschen auf. Das ging dann ganz schön nach hinten los (Ja, viel Text, lest es euch trotzdem durch, ist wirklich interessant, wie sich die Diskussion entwickelt! Ich bin Rüdiger,denkt beim Lesen dran!):

Rassismus bei LGBTI

Danach wurde ich von Stella „entfreundet“.

Eben wurde mir zugespielt, was aus der Situation geworden ist:

nachlese

Also, halten wir fest: Ich habe auf Rassismus verwiesen und bin damit verantwortlich dafür, wenn Rassismus ausbricht. Und beschränkt und blockiert im Kopf bin ich auch. Die anderen natürlich nicht. Klassische Täter-Opfer-Vertauschung.

In diesem Fall halte ich es für sinnvoll und notwendig, dass es sich hier um eine LGBTI-nahe Menschenansammlung handelt. Von Diskriminierung betroffene Menschen diskriminieren auch!

Spannend dabei ist, dass sich Stella in mehreren Posts dafür ausspricht, dass sie gerne eine Zukunft hätte, in der Heterosexuelle und Homosexuelle friedlich coexistieren, auf die gleichen Partys gehen und nicht mehr in U-Bahnen Angst haben müssen. Für Ausländer_innen scheint sich Stella das (noch) nicht zu wünschen, da hört der eigene Horizont wohl auf …

Kommentare deaktiviert13. Januar 2014 | 16 Fakten über mich

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20140113-150512.jpg

Dana musste so lange darauf warten ;)

Kommentare deaktiviert6. Dezember 2013 | Was macht eigentlich eine Personalberatungs- und Arbeitsvermittlungsagentur?

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Zur Zeit bin ich auf der Suche nach eine Studentenjob, um mir mein Studium zu finanzieren. Dabei dachte ich an einen Job im Callcenter. Inbound natürlich, ich will ja niemandem auf den Senkel gehen. Also schreibe ich grade fleißig Bewerbungen.

Ich, 5.12.13, 13:55h

$genderneutraleansprache,

auf $URL habe ich von Ihrer Stellenausschreibung als Call-Center-Agent/Call-Center-Agentin erfahren und, Sie ahnen es bereits, bewerbe mich nun darauf =)

Von 2006 bis 2007 habe ich, um mich während des Abiturs von meinen Eltern finanziell unabhängig zu machen, bei $Firma in der Störungsannahme gearbeitet. Nachdem ich dann nach dem Zivildienst 2008 nach Berlin gezogen bin, habe ich 2011 meine Ausbildung als Mediengestalter abgeschlossen und studiere nun, nach etwas über 2 Jahren Berufspraxis in Festanstellung und Selbständigkeit, Kulturwissenschaft und Gender Studies, was ich mir gerne mit Inbound-Telefonie finanzieren möchte.

Warum ich plötzlich der Grafik den Rücken zukehre? Das erzähle ich Ihnen sehr gerne in einem persönlichen Gespräch!

Einsteigen kann ich ab sofort.

Meinen Lebenslauf & meine Abschluss- & Arbeitszeugnisse habe ich angehangen.

Mit freundlichen Grüßen
$Vorname $Nachname

Personalberatungsperson, 5.12.13, 14:46h

Sehr geehrte Frau $Nachname,

Bitte teilen sie mir mit ob ihnen dieser Termin möglich ist, per E -Mail bitte.

Termin : $Datum

Anschrift : $Adresse, $Etage, $Raumnummer

Bitte den Termin nochmals bestätigen.
Bitte Anrufen wenn etwas dazwischen kommt.
Bringen sie bitte ihre Bewerbungsunterlagen wenn vorhanden Vermittlungsgutschein zum Gespräch mit.

Ich bin nicht darauf eingegangen, dass die Person am anderen Ende meinen Vornamen weiblich gelesen hat. Versteht mich nicht falsch, mir ist mein Pronomen völlig egal. Wenn jedoch jemand meint, dass Pronomen wichtig seien und Lebewesen in die Kategorien „mit Penis“ und „mit Vagina“ einteilen möchte, dann doch bitte so, wie es die Gesellschaft vorsieht.

Ich, 6.12.13, 9:58h

Sehr geehrte Frau $Nachname,

In der Email fehlte mir noch die Information, was das für ein Termin sein soll. Ich erschließe mir aus der klassischen Reihenfolge, dass es sich um ein Vorstellungsgespräch handeln wird.
Der Termin passt mir leider nicht. Im Zeitraum von 12:30h – 15:30h am gleichen Tag habe ich jedoch Zeit.

Mit freundlichen Grüßen
$Vorname $Nachname

Personalberatungsperson, 6.12.13, 12:33h

Ja das ist ein Vorstellungsgespräch. Leider geht es nur um diese Uhrzeit.

Mfg Frau $Nachname

Ich, 6.12.13, 12:38h

Schade, dann wird’s wohl nichts.

Scheint ja sehr kompetent dort zuzugehen. So wichtig ist mir der Job nun auch nicht …

Kommentare deaktiviert13. November 2013 | Mein Vorratsschrank

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Aus Gründen gibt’s hier eine Liste mit von den Trockenwaren, die ich in der Regel in meinem Vorratsschrank habe.

In Abgleich mit der Liste von vegan.at dürfte mit ausreichend Obst und Gemüse alles, bis auf Vitamin B12 (dafür haben wir ja unsere Pillen/Zahnpasta/Angereicherte Pflanzenmilch/etc.) und Jod (nutze halt kein Jodsalz und esse nur sehr selten Algen), abgedeckt sein.

Wie immer gilt: Die Mischung macht’s! Mit Nüssen kann ich meinen Tagesbedarf an fast allen Nährstoffen decken, ballere mich aber durchaus mit unnötig vielen Fetten voll. Am besten ist es, sich die Nährstoffe immer zuerst über Obst und Gemüse zuzuführen und Nüsse, Samen, Öle, Getreide, Sojaprodukte, etc. nur als Anreicherung zu betrachten. Und da wir ja eh zu 70% nur Obst und Gemüse zu uns nehmen, sollte das ja kein Problem sein ;)

Außerdem ist es wohl von Vorteil, bestimmte Lebensmittel miteinander zu kombinieren, um die Verfügbarkeit von bestimmten Nährstoffen in den verschiedenen Lebensmitteln zu erhöhen. Leider habe ich mich damit noch nicht so sehr beschäftigt und weiß nur, dass Vitamin C die Aufnahme von Eisen erhöht – Brokkoli und Spinat schmecken auch mit einem Spritzer Zitrone superlecker! Auch der Obstsalat kann Zitrone vetragen. Im Müsli mit Sojamilch ist auch ein kleingeschnittener Apfel nicht nur schmackhaft, sondern auch durch seinen Vitamin C-Gehalt ein toller Eisenverstärker =) Da gibt es bestimmt noch andere clevere Kombinationsmöglchkeiten, von denen du oder ich sicher mal erfahren – die können wir uns dann ja mitteilen =)

Jetzt aber genug geschwafelt und zur Liste:

    Nüsse & Kerne:

  • Mandeln, ganz, ungeschält
  • Mandeln, gemahlen
  • Mandeln, gehackt
  • Haselnüsse
  • Haselnüsse, gemahlen
  • Cashewkerne, ungesalzen, ungeröstet
  • Cashewkerne, gesalzen & geröstet
  • Tahin (Sesammus)
  • Erdnussmus, ungesüßt, ungesalzen
  • Walnüsse
  • Sonnenblumenkerne
  • Leinsamen
  • Kürbiskerne
  • Sesamsamen, ungeschält
  • Pinienkerne
  • Mohn
    Hülsenfrüchte (habe meist getrocknete [1–3kg-Beutel beim Türken für wenige Euro], weil ich Konserven kacke finde. Grundsätzlich gilt aber: Frisch ist besser als getrocknet! Bei getrockneten Lebensmitteln sind immer schon Nährstoffe verloren gegangen …)

  • Erbsen, getrocknet
  • Mais, getrocknet
  • Linsen, rot, getrocknet
  • Linsen, weiß, getrocknet
  • Linsen, gelb, getrocknet
  • Weiße Bohnen, getrocknet
  • Wachtelbohnen, getrocknet
  • Kidneybohnen, getrocknet
  • Kichererbsen, getrocknet
    Getreide

  • Amaranth, gepufft
  • Dinkel, ganz
  • Dinkelmehl, Vollkorn
  • Weizenmehl, Vollkorn
  • Weizenschrot
  • Naturreis
  • Wildreis
  • Vollkornreis
  • Basmatireis
  • Bulgur
  • Sojamehl
  • Haferflocken, grob
  • Haferflocken, extrazart
  • Dinkelflocken, grobblatt
  • Gluten, pur
  • Couscous
  • Quinoa
  • Cornflakes, ungesüßt
  • Maisgrieß/Polenta
  • Dinkelnudeln
  • Vollkornnudeln
    Fette & Öle, Essig (für alle gilt: von Anatura & Rapunzel alle vegan!)

  • Alsan-Margarine
  • Olivenöl
  • Sonnenbkumenöl
  • Walnussöl
  • Kokosfett
  • Branntweinessig
  • Balsamico
  • Apfelessig
    Backzutaten

  • Kokosflocken
  • Kokoschips
  • Rohrohrzucker, unraffiniert
  • Ahornsirup
  • Agavendicksaft
  • Backulver, aluminiumfrei, wenn Weisteinbackpulver, dann auf vegan achten!
  • Natron
  • Trockenhefe
  • Stärke
  • Kakopulver, schwach entölt
  • Vanilleschoten
    Trockenobst (für Müsliriegel, etc.)

  • Rosinen
  • Feigen, getrocknet
  • Datteln, getrocknet
  • Maulbeeren, getrocknet
  • Pflaumen, getrocknet
  • Cranberries, getrocknet, ungezuckert
    Sojaprodukte

  • Sojageschnrtzletes, fein
  • Sojageschnetzeltes, grob
  • Tofu, natur
  • Nusstofu
  • Sojadrink, natur oder Kalzium (Die Variante mit Kalzium enthält jedoch leider meist Zucker =/ )
  • allgemein verschiedene Arten von Pflazenmilch (z. B. Mandelmilch, Reismilch, Hafermilch, etc.)
    Konserven

  • Kokosmilch
  • Apfelmark (nicht Apfelmus!)
  • Tomatenmark
  • Passierte Tomaten
  • pflanzliche Brotaufstriche
    Sonstiges

  • Hefeflocken
  • Senf, zuckerfrei (der von Alnatura ist spitze =) )
  • Chilipaste
  • Sojasoße
    Kräuter & Gewürze (sofern nicht Bundweise frisch vom Markt/aus dem Garten)

  • Meersalz
  • Cayenne-Pfeffer, gemahlen
  • Pfeffer, lang, ganz
  • Pfeffer, schwarz, ganz
  • Pfeffer, weiß, ganz
  • Muskatnuss, ganz
  • Muskatblüte, ganz
  • Oregano, gerebelt
  • Petersilie, gerebelt
  • Basilikum, gerebelt
  • Thymian, gerebelt
  • Majoran, gerebelt
  • Dill, gerebelt
  • Nelken, ganz
  • Nelken, gerebelt
  • Loorbeerblätter, ganz
  • Ingwer, gemahlen
  • Estragon, gerebelt
  • Salbei, gemahlen
  • Zimtstange
  • Kreuzkümmel, ganz
  • Kreuzkümmel, gemahlen
  • Fenchel, ganz
  • Tandoori (Gewürzmischung)
  • Garam-Masala (Gewürzmischung)
  • Falafel (Gewürzmischung)
  • Curcuma, gemahlen
  • Curry
  • Paprika, rosenscharf
  • Paprika, edelsüß
  • Chiliflocken
  • Cardamom, gemahlen
  • Pfefferminze

Kommentare deaktiviert27. August 2013 | Vegane (und damit auch vegetarische) Weine bei BioCompany

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Aus aktuellem Anlass habe ich noch mal die Liste mit veganen Weinen bei BioCompany ausgegraben und möchte sie euch nicht vorenthalten. Vielleicht seid ihr Veganer oder Vegetarier und trinkt gerne Wein, oder habt Freunde/Bekannte, die Veganer oder Vegetarier sind, und denen ihr auf eurer Feier o. ä. auch Wein zu trinken anbieten möchtet. BioCompany ist in Berlin an vielen Ecken zu finden, andere Städte haben sicher auch vergleichbare Bio-Läden mit ähnlichem Sortiment.

Vegane Weine produzieren laut PA von BioCompany:
Stand: Januar 2012

Frankreich
Château de Brau, Cabardes / Château Couronneau, Bordeaux / Dom. Pierre André, Château Neuf du Pape / Dauny, Sancerre / Andrè Stenz, Alsace

Italien
Azienda Giol, Veneto/ Nuova Cappelletta, Piemont / Podere Canneta, San Gimignano / Casavecchia, Toscana / Roberto di Filippo, Umbrien/ Pievalta, Marken

Spanien
Albet i Noya, Penedés/ Mas Igneus, Priorato/ Bodegas Azul y Garanza, Navarra /
Bodegas Proexa, Utiel Requena

Deutschland
Weingut Knobloch, Rheinhessen
Weingut Pflüger, Pfalz
Weingut Janson Bernhard
Zellertaler Keller/ Villa Golsen

2 Kommentare26. August 2013 | Wie man sich Mitstreiter vergrault

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Gestern kam ich endlich dazu den letzten provegan-Newsletter zu lesen. Ja, ich lese tatsächlich noch ab und an Newsletter. Und da ich mich momentan mehr über Tier- und Kinderernährung informieren möchte, kommt der Newsletter mit den Themen grade recht =)
In besagter Ausgabe des Mailings wurde auf einen Artikel auf provegan verlinkt, in dem beschrieben wird, wie 3 Menschen auf brutale Art und Weise einen Hund ermorden. Das ganze wird sehr grausam dargestellt und referenziert auf einen Bild-Artikel. Unter dem Artikel werden die, im Originalartikel übrigens anonymisierten, Vor- und Nachnamen der Täter angezeigt.
Nach so vielen Jahren bildblog wurde ich sofort hellhörig und überlegte, ob das mit dem Pressekodex vereinbar sei. Gleichzeitig dachte ich auch an die Geschichte von dem Jungen, der wegen schlampiger Recherche zum Vergewaltigungstäter gemacht und auf den dadurch ein Lynchmob gehetzt wurde. Weil ich die Gesetzeslage nicht genau kenne, mit mein moralisches Empfinden aber sagt, dass jeder, egal was das Verbrechen war, (mindestens) bis zu seiner Verurteilung ein Recht auf Anonymität hat. Also habe ich mich mit dem Autoren in Verbindung gesetzt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

So sehr ich verstehen kann, dass Sie die Namen der Hundemörder veröffentlichen (LINK ZUM ARTIKEL), bin ich der Meinung, dass das eindeutig gegen den Pressekodex verstößt. Nur, weil die gegen das (nicht nur moralische) Gesetz verstoßen, heißt das nicht, dass Sie es auch tun dürfen!

Mit freundlichen Grüßen

Die Antwort lies nicht lange auf sich warten.

Ich werde Ihnen keinen Newsletter mehr zusenden. Dann brauchen Sie sich nicht mehr um die Hundemörder zu sorgen. Hier in der Schweiz gelten übrigens andere Gesetze.

Mit den besten Grüssen

Ich frage mich, was in der Kommunikation schief gelaufen ist. Im Endeffekt will er mir jetzt Informationen vorenthalten, die er eigentlich in der Welt verbreitet sehen möchte, weil ich eine andere Moralvorstellung als er habe und denke, dass Selbstjustiz keine Lösung ist. So kann man sich seine Mitstreiter auch vom Hals halten …

Kommentare deaktiviert23. August 2013 | Konzerte sind doch großartig

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Am Dienstag waren Timmi und ich beim System of a Down-Konzert und dabei habe ich endlich wieder festgestellt, dass Konzerte großartig sind! Die Menschen um mich rum fingen ab der ersten Liedzeile an mitzugröhlen, sodass ich mir unglaublich textunsicher vorkam, was sonst gar nicht meine Art ist. Aber das war nicht weiter schlimm, da ich mich viel mehr darauf konzentrieren musste, Timi nicht zu verlieren, weil sich der gesamte Innenraum der Wuhlheide in ein gigantisches Moshpit verwandelte. GROẞARTIG war das =)
Da ich direkt von der Arbeit zum Konzert ging, hatte ich meine Tasche dabei – sonst wären wir auf jeden Fall am Ende im Circlepit vor der Bühne gelandet. So blieben wir aber relativ weit hinten, dennoch durch die ständige Bewegung der Masse ziemlich weit von unserem Ursprungsplatz entfernt, nach 1½ Stunden Konzert plattgewalzt und glücklich zurück.
Vielleicht lag es am Veranstaltungsort, vielleicht am Publikum, vielleicht war es auch nur die Ausnahme der Regel, aber was auch immer es war – es war toll und sollte viel öfter so sein =)

Kommentare deaktiviert11. August 2013 | Konzerte sind doch zum Kotzen

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Gestern war ich auf dem Ärztekonzert in Tempelhof. 40.000 Menschen. Alle davon haben 45€ bezahlt, um die Band zu sehen. (Dabei blende ich natürlich die Gästelistenplätze & so aus.)
Dass das Publikum es in den 2,5 Stunden jedoch nicht schafft, sich vernünftig zu bewegen, geschweige denn ein mindestmaß an Textsicherheit an den Tag zu legen, kann ich nicht begreifen. Wozu sind die Leute überhaupt da? Um die ganze Zeit zu filmen und qualitativ unterdurchschnittliche Fotos zu machen? Der Eindruck kommt mir zumindest, wenn sich die Nebenstehenden über tanzende Personen beschweren, weil die Kameraaufnahmen verwackeln und böse auf Mitsingende blicken, weil die Audiospur plötzlich einen Sänger mehr beinhaltet.
45€. Zum Stehen und stumm sein. Wobei manche nicht stumm bleiben – sie brüllen Tänzer im Moshpit an, was für eine Frechheit es wäre, dass sie da so wild tanzten oder gehen wild auf die pogende Menge los, um sie zum Stillstand zu bewege, damit „endlich mal mit der Drängelei aufgehehört wird“ … Wer ein mal auf einem Stehkonzert war, weiß, dass auf Konzerten getanzt und gesungen wird.
Was ist das nur für eine ätzende, neue Konzertgeneration, die, statt hinten, bei den ruhigen und entspannten Konzertbesuchern zu stehen, plötzlich mittendrin sein möchte, mit die Konsequenzen jedoch nicht leben will?
Bezeichnend war außerdem, als die Band das Publikum dazu aufforderte sich hinzuhocken, um beim Refrain von „Unrockbar“ aufzuspringen und die umstehenden Menschen erst überzeugt werden mussten, dass auch wirklich zu tun. Freiwillig lief da nix.
Anfang des Jahres war ich auf dem Jennifer Rostock-Konzert in der Columbiahalle. Damals bin ich nach 45 Minuten wieder gegangen, weil mir das Publikum jeglichen Spaß genommen hat. Ich schob es auf die Halle. Gestern war es wieder so und leider musste ich bis zum Schluss bleiben. Die Ärzte & Jennifer Rostock gehören übrigens zu meinen 3 Lieblingsbands. Die neue Publikumsgeneration kotzt mich so dermaßen an, dass mir die Lust auf Konzerte von Mal zu Mal abhanden kommt.
Farin fragte zum Ende des gestrigen Konzertes, wer heute wieder dabei sei. Ein Glück meldeten sich nur wenige. Velleicht habe ich mit dem heutigen Publikum mehr Glück …

Kommentare deaktiviert5. August 2013 | So bitter sie auch ist, diese Pille muss ich schlucken

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Vor knapp einer Woche habe ich mir endlich mal Zeit genommen, meinen Arzneimittelschrank auszuräumen. Was gibt es schließlich schöneres an einem Samstagabend, als abgelaufene Medikamente und vorsintflutliche unvegane Medikamente aus Vegetarierzeiten aus dem Sortiment zu entfernen? Eben! Dass sich das allerdings schon wieder zu so einer Odyssee entwickelt, hätte ich zu dem Zeitpunkt nicht gedacht.

Mit 14 Jahren wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert, dazu kommt erblich bedingter Bluthochdruck. Seitdem nehme ich täglich zwei Medikamente: Enalapril und L-Thyroxin. Enalapril ist ein ACE-Hemmer zur Regulierung des Blutdrucks, L-Thyroxin ein synthetisch hergestelltes Schilddrüsenhormon. Dass es synthetisch ist, ist schon mal ein großes Glück. Wenn ich da an Östrogene in der schwangerschaftsverhütenden Pille denke, die aus dem Urin von Pferden gewonnen werden (übrigens: wenn ich mich richtig erinnere, gibt es nur 2 vegane Verhütungsmethoden. Und dazu zählt auch nur eine einzige Kondommarke!), wird mir schlecht. (Die Diskussion, ob ein unveganes Kondom zum Schutz vor STI ethisch vertretbar ist, möchte ich an dieser Stelle übrigens nicht führen, vielleicht machen wir das später noch mal ;) )
Beim Ausmisten der Medikamente ist mir aufgefallen, dass im Enalapril als Nebenstoff Laktose enthalten ist. Warum weiß ich nicht, Chemie habe ich nach der 10., Biologie nach der 11. Klasse jeweils mit einer 5 abgewählt. Dennoch erscheint mir die in der Pille grundsätzlich erst mal sinnlos. Vielleicht dient es ja der besseren Aufnahme des Stoffes, wer weiß. Somit ist jedoch die Einnahme des Medikaments für mich nicht mehr vertretbar. Gewissenskonflikt Nummer 1.
Als nächstes schaute ich auf die Inhaltsstoffe der L-Thyroxin-Tabletten dran: Sie enthalten Magnesiumdistearat. Eine kurze Recherche zeigt mir, dass Magnesiumdistearat aus pflanzlichen und tierischen Fetten gewonnen wird. Auch die L-Thyroxin-Einnahme kann ich nun nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren. Gewissenskonflikt Nummer 2.

Als erste Konsequenz habe ich die Pillen sofort abgesetzt und beschlossen, zeitnah meine Hausärztin aufzusuchen. Denn bei solch einer Krankheit die Pillen einfach so und ohne ärztliche Rücksprache abzusetzen, ist nicht nur dumm, sondern auch riskant.
Nachdem ich ihr mein Problem geschildert habe, hat sie mich erneut untersucht. Daraufhin entschied sie sich, dass ich das blutdrucksenkende Medikament Enalapril nicht mehr zu nehmen brauche. Gewissenskonflikt Nummer 1 war also gelöst. Sehr gut.
Den zweiten Gewissenskonflikt konnten wir leider nicht so schnell zu lösen, denn da die Dosis der L-Thyroxin bei mir sehr hoch ist, besteht auf medizinischer Sicht die Notwendigkeit, dass ich den Wirkstoff weiter zu mir nehme. Die Ärztin schrieb mir jedoch ein vegan hergestelltes Präparat in Tropfenform auf, welches kein Magnesiumdistearat enthält – leider werden die Tropfen von Sanofi-Aventis hergestellt.

Sanofi Aventis ist kein Generikahersteller, sondern ein Pharmakonzern, der Tierversuche durchführt. Der Gewissenskonflikt Nummer 2 bleibt also weiter bestehen und wird zu einem größeren, als ich bisher dachte;
Entweder nehme ich Tabletten, die ein aus tierischen Fetten hergestellten Hilfsstoff beinhalten, aber von einem Generikahersteller sind, oder ich nehme ein von der Zusammensetzung veganes Präparat, das von einem Hersteller kommt, der Tierversuche durchführt. Die Alternative, auf die Medikamente zu verzichten, mir einen Kropf wachsen und die Schilddrüse entfernen zu lassen und danach neue Medikamente zu nehmen, erschien mir auch aus tierrechtlerischer Sicht als weniger sinnvoll; Wer weiß, welche Tupfer die während der OP verwenden, woraus das Anästhetikum besteht und überhaupt.
(Kurzer Exkurs: Generikahersteller stellen Präparate her, bei denen die Patentlaufzeit von 15 Jahren abgelaufen ist. Durch das bloße Konzentrieren auf die Produktion der Medikamente, verkaufen Generikaunternehmen die Präparate günstiger und entlasten damit auch noch die Krankenkassen. Natürlich handelt es sich dabei um Medikamente, die schon zugelassen wurden; Generikahrsteller betreiben in der Regel keine Forschung und führen deshalb auch keine Tierversuche durch.)

Die Frage konnte und wollte ich nicht alleine beantworten, also habe ich mir Hilfe bei app.net gesucht.

@musslautsein
musslautsein Ist hier ein Pharmazeut und oder Philosoph anwesend? Stecke in einer Zwickmühle: Generika-Preparat mit aus Tierprodukt gewonnenem Nebenstoff, oder Präparat von Pharmaunternehmen (mit Tierversuchen), aber ohne tierische Nebenstoffe? Bitte reposten!

Die Diskussion gewann wie gewohnt schnell an Fahrt und wie es im Leben nun mal so ist, waren die Meinungen dazu am Ende natürlich unterschiedlich.

@musslautsein
musslautsein Wenn ich euch richtig verstanden habe, würde @lukasepple das TV-Präparat nehmen, @piratenpanda das TV-freie. @dasdom TV, @kultprok eher TV, @kroegodil TV-frei. Ich danke euch für eure Denkanstöße und werde euch an meiner Entscheidung teilhaben lassen!

Um eine Entscheidung treffen zu können, wollte ich, so hart es klingt, die jeweiligen Opfer gegeneinander aufrechnen: durchgeführte Tierversuche pro Jahr mal meine weitere Lebenserwartung in Jahren gegen die Anzahl der ermordeten Tiere, die für die Herstellung der Pillen ausgebeutet werden, die ich mein weiteres Leben nehmen muss.
Da war schnell klar; hier komme ich nicht weiter. Jedes dieser Opfer ist ein Opfer zu viel und so oder so kann und darf ich keine Toten gegeneinander aufrechnen, denn jedes Lebewesen hat eine Existenzberichtigung und sollte nicht von einem anderen Lebewesen zu einem frühzeitigen Tod verurteilt werden. Auf der Grundlage kann ich keine Entscheidung treffen. Also müssen andere Faktoren her.
Wie sieht’s denn zum Beispiel mit der sozialen Verantwortung aus? Ein heutiger Teil des Pharmaunternehmens mit den Tierversuchen hat vor der Fusion mit Sanofi Aventis mit einigen anderen Pharmakonzernen Südafrika mehrere Jahre aus Patentgründen davon abgehalten, AIDS-Kranke mit günstigen Generika-Medikamenten zu versorgen. Unsozialer geht’s eigentlich gar nicht. Profitgierig auf Kosten von Kranken. Klar, da steht jahrzehntelange Tierversuchs-Forschung hinter, die sich finanziell „auszahlen“ muss, bei tödlichen Krankheiten auf Patente zu beharren empfinde ich das dennoch als eine absolute Frechheit und boykottierungswürdig. Das fanden zum Glück auch andere, weshalb die Klage wieder zurückgenommen wurde. Doch das Image bleibt beschädigt. Also wieder eine Sackgasse.

Nachdem mir klar wurde, dass ich mich einfach nicht richtig entscheiden kann, wenn ich mich für meine Gesundheit entscheide, habe ich beschlossen, einfach noch ein oder zwei Nächste drüber zu schlafen und meinen Bauch entscheiden zu lassen. Aus den zwei Nächten wurden letztlich drei, aber ich bin zu einem Schluss gekommen:

So schlimm ich beide Möglichkeiten finde, habe ich mich für die laut Inhaltsstoff vegane Variante vom Pharmakonzern entschieden. Der Grund ist ganz einfach: Ich möchte keine Leichen auf dem Gewissen und in meinem Magen haben. Und mit der Entscheidung habe ich sie „nur“ auf dem Gewissen.

Eine gute Idee zum Handeln und nicht nur zum Denken kam in der Diskussion dann auch noch auf:

Ich werde gleich mal eine Email an diverse Generika-Hersteller aufsetzen. Ganz naiv gedacht, kann ich ja vielleicht wirklich was bewirken.

Vielen Dank an alle, die mir bei der Entscheidungsfindung direkt oder indirekt geholfen haben!

2 Kommentare31. Juli 2013 | Und dabei wollte ich nur ein neues Deo kaufen …

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Vor ein paar Wochen kam mir die fixe Idee, mein Antitranspirant gegen ein Deo ohne Aluminium zu tauschen. Gesagt, getan, kurz auf die dm-Seite, nach einem aluminiumfreien, geruchsneutralen, veganen Deo geschaut, eins von balea gefunden, gekauft, glücklich geworden.

So einfach hätte es sein können.

Einige Tage später ging es aufgrund von Medienberichten über Nerzöl in Kosmetik im XL-Chat um tierversuchsfreie Produkte. Freudig habe ich von meiner neuesten Errungenschaft erzählt, bis meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin feststellte, dass das Zeug eigentlich nur aus Alkohol und Wasser besteht – Vodka hätte den gleichen Effekt. Da war ich erst einmal baff.
Da sie für eine Naturkosmetikfirma arbeitet, hat sie mir als Alternative natürlich gleich ein Deo von ihrem Arbeitgeber empfohlen, was ich mir vielleicht leisten konnte, aber nicht wollte. Bisher gab’s bei mir halt immer nur die günstigen Drogerieartikel, weshalb eine 600%ige Steigerung meiner Drogerieausgaben erst einmal nicht in Frage kam. Also empfahl sie mir dann den Deo-Zerstäuber Limette Salbei von der dm-Eigenmarke alverde. Dennoch riet sie mir zu teuererer Naturkosmetik. Also ab zu dm, einige wenige Euro investiert und ab in die glückliche Zukunft – dachte ich. Im Nachhinein ärgere ich mich über meine Entscheidung und verstehe, warum sie für teurere Naturkosmetik plädiert; dazu aber später mehr.

Glücklich über meinen Kauf entdeckte ich in dem Podcatcher meiner Wahl einige Tage später die Folge „Hautsache Natur“ der dradio Redaktionskonferenz. Spannend, dachte ich, und hab gleich reingehört.

Nach der Sendung war mir klar: Naturkosmetik ist also wirklich was feines. Ich muss mir nur merken, statt nur noch auf die Vegan-Blume oder die Herstellerseiten zu schauen*, auch nach den drei Naturkosmetik-Siegeln Natrue, BDIH und Ecocert zu suchen und schwupps kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen.

Daraufhin habe ich wieder meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin angesprochen und sie bestätigte mir, dass die 3 im Podcast erwähnten Siegel wirklich gut und relevant sind, sie aber ICEA noch dazu zählen würde.

naturkosmetik_siegel_01naturkosmetik_siegel_02naturkosmetik_siegel_03naturkosmetik_siegel_04

Klasse – Deutschlandradio hat mir was beigebracht und meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin durch Wiederholung mein neues Wissen gefestigt. Tolle Symbiose.

Mit dem Wissen im Gepäck konnte ich meine balea-Produkte nicht mehr guten Gewissens nutzen und wollte gänzlich auf Naturkosmetik umsteigen. Natürlich so gut wie möglich und so teuer wie nötig. Auch hier musste meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin wieder für mich herhalten und ihre Erfahrungen mit mir teilen.

Für meine Ansprüche, die der Titel der Eigenmarke eines großen Discounters sein könnten, empfiehlt sie die Marken alverde & alterra, wobei wohl beides aus der gleichen Fabrik kommt, nur eine andere Verpackung und ein andere Siegel trägt, und alviana. Alverde gibt’s im dm, alterra im rossmann. Alviana dafür im Alnatura-Supermarkt.

Falls es doch mal ein bisschen teurer sein darf, empfiehlt sie Santé, Neobio, Logona, Dr.Hauschka, heliotrop und ahava.

Die Wahl auf alverde fiel dann sehr leicht: Natrue-Siegel, Vegan-Siegel, dm direkt neben der Arbeit. Jetzt konnte mein Großeinkauf starten. Damit auch alles vegan ist, musste ich bei den Haarpflegeprodukten jedoch auf Naturkosmetik verzichten – die enthielten entweder Schellack oder Bienenwachs.

Shampoo? Alverde!
Spülung? (Ja, es ist Quatsch, die Haare sind noch keine zwei Jahre alt ;) ) Alverde!
Duschpeeling? Alverde!
Schaumbad? Prinzessin Sternenzauber – das glitzert ♡
Deo? Alverde!
Duschgel saisonal? Alverde!
Duschgel? Alverde!
Sonnencreme? Alverde!
After-sun? Alverde!
Handseife fürs Badezimmer? Alverde!
Handseife für die Küche? Prinzessin Sternenzauber – die glitzert auch ♡
Lippenpflege? alverde!
Handcreme? alverde!
Haarstylingpaste? balea men!
Haarspray? balea!

10% ärmer und 70% glücklicher als vorher ging ich, ohne an die Zahnpasta (? Alverde!) zu denken, nach Hause und verteilte die Produkte auf Küche und Bad. Das sollte vorerst das Ende der Suche sein.

Doch dann kam Dana im XL-Chat mit der Pressemitteilung vom BUND, dass ⅓ der getesteten Körperpflegeprodukte hormonell wirksame Substanzen beinhalten (Studie als pdf). Um das auf einen Blick zu erkennen, haben sie die App ToxFox entwickelt, die anzeigt, ob das Produkt frei von ebendiesen ist, oder nicht.

ToxFox – Der Kosmetik-Check des BUND (AppStore Link) ToxFox – Der Kosmetik-Check des BUND
Hersteller: Bund fuer Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.
Freigabe: 4+
Preis: Gratis

Nach kurzen überfliegen hab ich diese Studie samt App zur Seite gelegt; Naturkosmetik ist per Definition frei von diesen Substanzen. Also aufatmen, keinen Mist gekauft.

Vor dem Schlafengehen durchblätterte ich noch meinen Feedreader nach den Neuigkeiten auf den einschlägigen Apple-Webseiten und stoß auf einen Artikel im iPhone-Ticker, der sich auf die BUND-Studie bezog und zusätzlich zur ToxFox-App auch noch die „Wer macht’s?“-App verlinkte.

Animals' Liberty - Wer macht's (AppStore Link) Animals' Liberty - Wer macht's
Hersteller: Quimron GmbH
Freigabe: 4+
Preis: Gratis

Da mir die erste App nun das zweite mal an dem Tag über den Weg gelaufen ist und ich außerdem allgemein immer wieder gerne mehr über Tierversuche wissen möchte, habe ich halt beide installiert und wollte, obwohl ich es ja schon wusste, dass sie vegan und ohne hormonell wirksame Substanzen sind, meine Produkte testen.

Zuerst habe ich ToxFox ausprobiert. alverde-Deo in die Kamera gehalten – wunderbar; wie zu erwarten, frei von hormonell wirksamen Substanzen. Dann „Wer macht’s?“ aufgemacht, alverde-Deo gescannt … rot. Rot bedeutet Boykott. Noch mal gescannt. Wieder rot. Ich konnte es fast nicht glauben. Ein Tapser auf das Produkt verrät mehr:

Für die Produkte von alverde werden keine Tierversuche durchgeführt. Allerdings werden die alverde-Produkte in den Dalli-Werken hergestellt, die noch Tierversuche durchführen. Zudem stehen sie im Zusammenhang mit der Grünenthal GmbH – einem Pharmazeutik- und Forschungsunternehmen, das für die eigenen Produkte ebenfalls noch Tierversuche durchführt.

Ich war irritiert und wollte das nicht glauben. Warum sollte das Produkt die Vegan-Blume tragen, wenn es in einer Fabrik hergestellt wird, in der Tierversuche durchgeführt werden? Auch, wenn die Tierversuche nichts mit den alverde-Produkten zu tun haben, würden sie offenbar durch den Verkauf der als vegan gekennzeichneten Produkte doch querfinanziert. Da musste ich erst einmal ’ne Nacht drüber schlafen.

Als ich am nächsten Morgen mein Deo benutze, kam das komische Gefühl wieder hoch. Das kann nicht sein, das soll nicht sein und das ist bestimmt nicht so. Verleugnung. Mein Tag würde ganz im Zeichen der Recherche stehen. Irgendwo muss sich doch ein Textfetzen finden, der den vermeintlichen Irrtum klärt.

Ich wurde sehr schnell fündig – anscheinend ist das „Dalli-Problem“ schon länger bekannt:

Fakt ist: Rossmann schließt Tierversuche für seine Eigenmarken (Rival de Loop, Alterra etc.) nicht aus. DM (P2, Balea, Alverde etc.) aber schon. Alterra und Alverde werden für Rossmann und DM beim gleichen Werk (Dalli) unter der CEP hergestellt. Die Dalli-Werke und auch die dazugehörigen Firmen Mäurer & Wirtz sowie Grünenthal sind nicht tierversuchsfrei. Nach Auskünften (und dies zeigen auch die Zertifizierungslabels) werden in den Werken aber keine Tierversuche für Herstellung und Entwicklung der Marken Alterra und Alverde durchgeführt.

(Knapp ein Jahr später gibt es eine neue Stellungnahme, in der Rossmann sehr detailliert auf das Thema Tierversuche eingeht und garantiert, dass für die Kosmetikprodukte keine Tierversuche durchgeführt werden.)

Nachdem der Artikel veröffentlicht wurde und er auf facebook alverde erreicht hat, äußerte sich alverde zu den Problemen.

Auch legt dm-drogerie markt Wert darauf, mit allen Lebewesen respektvoll umzugehen, daher führen wir mit unseren Qualitätsmarken keine Tierversuche durch und geben auch keine Tierversuche in Auftrag. Dazu haben sich auch unsere Lieferanten verpflichtet. (Quelle)

Ich musste also die traurige Wahrheit akzeptieren: Wenn ich alverde-Produkte kaufe, bezahle ich zu einem kleinen Teil passiv Tierversuche mit.
Meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin hatte also recht – Discount-Naturkosmetik hat ihren Preis.

Nun musste ich mich entscheiden, ob ich auf vegane Naturkosmetik setze und dafür die ganzen Vorteile von Naturkosmetik genieße, damit aber eine Produzenten finanziell unterstütze, der für andere Produkte Tierversuche durchführt, oder ob ich auf die konventionellen dm-Produkte wie balea oder rossmann-Eigenmarken umsteige, die auch vegan sind und – vermutlich – nicht in Fabriken, in denen für andere Produkte Tierversuche durchgeführt werden, hergestellt werden, aber dafür viele chemische und zum Teil hormonell wirksame Substanzen beinhalten, die, bevor sie in der EU zugelassen werden, vorher durch Tierversuche getestet werden müssen.

Da der Dalli-Artikel schon etwas älter war, beschloss ich erst einmal, direkt dm anzuschreiben. Nach einem Tag kam die Antwort:

Die Dalli-Werke GmbH&Co.KG und die Grünenthal GmbH sind verschiedene, voneinander unabhängige Unternehmen.

Für die in den Dalli-Werken hergestellten Kosmetikprodukte gelten die gesetzlichen Vorschriften zu Tierversuchen für dieses Geschäftsfeld, die selbstverständlich eingehalten werden.

Dies bedeutet, dass Tierversuche weder selbst durchgeführt noch in Auftrag gegeben werden.

Warum dies auf der Internetseite so angegeben ist, wissen wir leider nicht. Darauf haben wir keinen Einfluss – dies entscheidet der Anbieter selbstständig.

Heißt das, dass in den Werken nur keine Tierversuche für Kosmetik durchgeführt werden? Oder werden dort überhaupt keine Tierversuche durchgeführt?

Moralisch finde ich mich in einer Zwickmühle wieder, die mir sehr deutlich vor Augen führt, wie machtlos man als Verbraucher eigentlich ist, wenn man nicht investigativ recherchiert und oder zusätzlich noch das Geld für gänzlich ethisch vertretbare Produkte aufbringen kann. Wo findet man die eigentlich? Und haben die nicht vielleicht auch Dreck am stecken? Vermutlich ist ja die beste Lösung, den Körper einfach natürlich altern zu lassen und so wenig Kosmetik wie möglich zu benutzen. Deos & Shampoo werden bestimmt überbewertet.

Aber ganz so leicht wollte ich nicht aufgeben. Also habe ich mir den letzten Samstag geblockt und bin für zwei Stunden im dm & im Reformhaus abgetaucht, hab Produktfotos gemacht, Datenblätter abgerufen, Shampoos gescannt, Beratungsgespräche geführt, neue Firmen kennengelernt, bei Preisen geschluckt, unaussprechliche Zutaten gegoogelt und Produktanfragen gestellt.
Für mich und meinen Geldbeutel wird es immer klarer: Es geht nicht 100% ethisch korrekt. Der teurere Lippenpflegestift von Weleda ist sicher in einer moralisch besseren Fabrik hergestellt worden, enthält jedoch Bienenwachs und ist somit nicht vegan. Der Lippenpflegestift von alverde kommt aus den Dalli-Werken, ist dafür aber vegan besiegelt.

Ich denke, ein Großteil meiner Kosmetikprodukte wird weiterhin von alverde kommen, dennoch werde ich mich immer wieder nach Alternativherstellern wie z. B. Dr. Hauschka, Weleda oder i+m umsehen. Um einen Anfang zu machen, sollen mein Shampoo und mein Deo nicht mehr von alverde kommen. Das neues Shampoo wird mit Sicherheit das i+m Shampoo Glanz Zitrone für 9.90€ – es sei denn, Weleda meldet sich noch auf meine Produktanfrage, bevor ich mein altes Shampoo aufgebraucht habe.

Jetzt fehlt mir eigentlich nur noch ein Deo. Vielleicht hat ja meine Haus-und-Hof-Kosmetikerin einen Tipp für mich …

*dm hat tatsächlich bei so gut wie jedem Eigenmarken-Produkt unter „Produktdetails“ stehen, ob das Produkt vegan ist, oder eben nicht =)

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